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WildtierPark
Boggel


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Damhirsch

Dama dama

Schulterhöhe: 80 bis 100 cm

Gewicht: 30 bis 100 kg

Lebensdauer: bis 20 Jahre

Lebensraum: Landschaften mit lichten Wäldern und landwirtschaftlichen Flächen; sehr anpassungsfähig

Nahrung: Wiederkäuer; Gräser, Kräuter, Triebe, Früchte, Pilze, Rinde von Bäumen und Sträuchern; auch Getreide, junge Maiskolben, Raps, Sonnenblumen, Kartoffeln und Rüben

Fortpflanzung: Paarungszeit Anfang Oktober bis Anfang November; 1 bis 2 Kälber nach etwa 33 Wochen

Verbreitung: Ursprünglich Klein- und Vorderasien; in den 1930er Jahren im Kellerwald ausgesetzt; heute weltweit verbreitet

Gefährdung: keine


Schönes Schaufelgeweih

Stolz reckt der Damhirsch sein schönes Schaufelgeweih gen Himmel. Mit dem Geweih fechtet er Kämpfe aus und verteidigt die Rangordnung. Anfang April bis Anfang Mai wird das Geweih abgeworfen, bis ein neues nachwächst. Die Weibchen tragen kein Geweih, haben aber das gleiche Haarkleid – je nach Jahreszeit variiert es. Auffällig ist es im Sommer: Weiße Flecken auf hell-rostbraunem Grund sind an den Seiten charakteristisch. Der dunkle Aalstrich auf der Rückenmitte ist beiderseits von einer Linie aus weißen Tupfen begrenzt. Wie der in hellem rostbraun gefärbte Hals sind auch Bauchunterseite und Läufe einfarbig, allerdings etwas heller gefärbt. Im Gegensatz zu der lebhaften Zeichnung des Fells im Sommer, ist das Haarkleid im Winter unauffällig fahl: braungrau an Kopf, Hals und Ohren, schwärzlich auf dem Rücken und an den Seiten, aschgrau an der Unterseite. Die Flecken können allenfalls erahnt werden, da sie nur angedeutet bei genauerer Betrachtung sichtbar sind.



Anpassungsfähig und anspruchslos

An seinen Lebensraum stellt der aus dem Vorderen Orient stammende Damhirsch wenig Ansprüche, da er zu einer besonders anpassungsfähigen Wildart gehört. Erst in der Römerzeit wurde das Damwild über Südosteuropa und England zu Jagdzwecken nach Mitteleuropa eingeführt. Seither ist es in vielen Regionen Europas beheimatet, auch im Kellerwald, wo einige Tiere in den 1930er Jahren ausgesetzt wurden. Neben dem Bestand in freier Wildbahn wird Damwild auch gezüchtet und in Gehegen gehalten, wie im WildtierPark Kellerwald-Edersee.



Röchelnd, rasselnd, rülpsend

Die meiste Zeit des Jahres lebt das Damwild nach Geschlechtern getrennt in lockeren Rudelverbänden. Mit Beginn der Paarungszeit ändert sich das aber. Dann klingen die Brunftschreie durch den Wald: röchelnde, rasselnde und rülpsende Schnarchgeräusche in Verbindung mit einem rauen Husten. In einer Kuhle sitzend wartet der Damhirsch, mit den Brunftschreinen auf sich aufmerksam machend, auf seine Herzensdame. Sobald sich ein Weibchen nähert, wird um sie gebuhlt und gekämpft. Gleich einem Turnier läuft der Kampf nach festen Regeln ab: Auf den Parademarsch, bei dem die Damhirsche mit starr geradeaus gerichtetem Kopf nebeneinander her stelzen, folgt der eigentliche Kampf – mit Schwung krachen die Schaufeln ineinander. Mit den Geweihen ineinander verhakt, schieben sich die Konkurrenten hin und her, bis der Schwächere sich nach mehreren Runden abwendet und dem Sieger die Damwild-Dame überlässt.