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Eichhörnchen

Sciurus vulgaris

Kopfrumpflänge: 20 bis 25 cm
Gewicht: 200 bis 400 g
Lebensdauer: 3 Jahre
Besonderheiten: buschiger Schwanz mit bis zu 20 cm Länge; Fellfarbe hellrot bis braunschwarz; im Winter rotbraune Ohrpinsel
Lebensraum: boreale Nadelwälder, im europäischen Verbreitungsgebiet auch Laub- und Mischwälder
Nahrung: breites Nahrungsspektrum aus Beeren, Nüssen und Früchten, aber auch Pilze, Würmer, Vogeleier, Jungvögel und Insekten
Fortpflanzung: wilde, spielerische Verfolgungsjagden durch die Baumkronen während der Paarungszeit; 1 bis 6 Junge pro Wurf; Junge öffnen nach etwa 30 Tagen die Augen
Verbreitung: beinahe ganz Europa, außerdem Nordasien vom Ural ostwärts bis Kamtschatka, Korea und Hokkaido; Vorkommen bis in 2.000 m Höhe
Gefährdung: vor allem auf den britischen Inseln, zunehmend auch in Deutschland, allmähliche Verdrängung durch das eingebürgerte, erfolgreichere Grauhörnchen


Tollkühner Kletterer

Das Eichhörnchen lebt am liebsten im Wald mit vielen alten Bäumen, die viele Früchte und Samen produzieren. Dort wohnt es in den Kronen der Bäume. Atemberaubend sind seine Kletterkünste. Flink bewegt es sich den Baumstamm hoch und kopfüber runter. Die langen gebogenen Krallen geben auch an glatten Stämmen Halt. Es wagt sich auf beängstigend dünne Zweige und setzt den langenbuschigen Schwanz als Balancierhilfe ein. Die weiten gekonnten Sprünge von Baum zu Baum sind zirkusreif. Der Schwanz ist Steuerruder und beim freien Fall „Bremsfallschirm“.

Allesfressender Kobold

Das Eichhörnchen ist ein Säugetier. Ein- bis zweimal im Jahr bekommt das Weibchen bis zu sechs Junge. Sie sind bei der Geburt nackt, taub und blind. Sie werden von der Mutter gesäugt. Nach 30 Tagen öffnen sie die Augen und nach 40 Tagen brechen die Schneidezähne hervor. Wenn sie etwa 9 Wochen alt sind, suchen sie selbständig Futter. Meisterhaftes Können zeigt das Eichhörnchen beim Öffnen seiner Leibspeise. Es nagt die Schale auf, wobei es die Nuss ständig hin und her dreht. Ist das Loch geschafft, bricht es die Schale mit den Zähnen auf. Das Ganze dauert nur wenige Sekunden. Um an die Samen von Zapfen zu kommen, reißt das Eichhörnchen die Zapfenschuppen rundherum ab. Die zum Vorschein tretenden Samen werden aufgeleckt und verzehrt. Weitere Bestandteile des reichen Speiseplans sind Beeren, Knospen, Blüten, Rinde und Pilze. Aber auch Jungvögel und Eier, Würmer, Schnecken und Insekten werden nicht verschmäht.

Emsiger Geselle

Das Eichhörnchen ist tagsüber aktiv. Bereits früh auf – scheint es pausenlos beschäftigt. Es sucht Futter oder baut Kobel, von denen es mehrere in Gebrauch hat. Eine Reihe von Lauten und Bewegungen dient der Verständigung: vom ärgerlichen Keckern bis zum leisen „Wuck, Wuck“ bei Familienausflügen. Ständige Aufmerksamkeit ist des Eichhörnchens Lebensversicherung. Wenn sein Hauptfeind, der Baummarder, es aufspürt, kommt es zu rasanten Verfolgungsjagden. Einmal im Visier des Habichts, hat es kaum eine Chance zu entkommen. Doch der Mittagsschlaf im Kobel muss sein. Wenn es kalt ist, deckt es sich mit dem Schwanz zu.

Was ist ein Kobel?

Kobel sind die Baumnester der Eichhörnchen. Die gepolsterten und wasserdichten Reisigkugeln werden eng am Hauptstamm in Astgabeln oder an abgehenden Ästen gebaut. Das Grundgerüst wird aus Zweigen erstellt. Innen werden sie mit Gras, Moos, Federn und Wolle ausgekleidet.

Vergessliches Hörnchen

Das Eichhörnchen ist das ganze Jahr aktiv. Damit es den Winter übersteht, muss es Vorräte anlegen. Die Lager müssen voll sein, sonst kann es auch verhungern. Wenn die Früchte des Waldes reif sind, wird daher gesammelt. Bucheckern und Eicheln werden im Boden vergraben, unter Baumwurzeln und in Rindenspalten verstaut. Kurz gesagt: Alle Orte werden zum Lager, die dem Eichhörnchen geeignet erscheinen. Im Winter läuft es systematisch alle seine Verstecke ab. Mit Hilfe der Nase findet es die „Schätze“ wieder – doch besonders wenn Buchenmast war, längst nicht alle. Aus den vergessenen Lagerstätten keimt im Frühjahr der Baumnachwuchs.