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WildtierPark
Boggel


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Eurasischer Luchs

Lynx lynx

Schulterhöhe: 50 bis 75 cm

Gewicht: 15 bis 40 kg

Lebensdauer: bis 25 Jahre

Lebensraum: benötigt große, ungestörte Reviere; lebt heute meist in Wäldern

Nahrung: Säugetiere bis etwa Rehgröße und Bodenvögel; Dämmerungs- und Nachtjäger

Fortpflanzung: Hauptpaarungszeit im Februar und März; 1 bis 3 Junge nach etwa 10 Wochen

Verbreitung: ursprünglich in ganz Eurasien; in Deutschland zeitweise ausgerottet; heute wieder steigendes Vorkommen, auch einzelne Nachweise im Kellerwald

Gefährdung: in Deutschland stark gefährdet; Hauptgefährdung durch Verkehrstod und illegale Abschüsse; europaweit geschützt


Freund weiter Wälder

Jährlich bringt ein Luchs-Weibchen ein bis drei Junge in verlassenen Fuchs- oder Dachsbauten, unter Wurzeltellern, in Felsspalten und Höhlen zur Welt. Sie bleiben ein bis zwei Jahre in der mütterlichen Obhut und suchen dann eigene Reviere. Ihre Lebensraumansprüche sind geradezu riesig: Weibchen durchstreifen Waldlandschaften von 100 bis 150 km², männliche Luchse bis zu 400 km². Eine überlebensfähige Gemeinschaft besteht aus 50 bis 100 Luchsen. Sie beansprucht also eine Fläche so groß wie der Landkreis Waldeck-Frankenberg. Der etwa 57 km² große Nationalpark Kellerwald-Edersee kann nur einen Teil beitragen und Rückzugsmöglichkeit bieten.



Auf der Pirsch

Bei Nacht pirscht sich das größte katzenartige Raubtier Europas an seine Beute. Seine Augen sind sechsmal so lichtempfindlich wie die des Menschen. Meist sind es unvorsichtige Rehe, die nicht mit ihm gerechnet haben. Auf mindestens 20 Meter muss er herankommen, um seinen Angriff mit einem kurzen Sprint und einem Biss in die Kehle erfolgreich abschließen zu können. Die samtene Pfote verwandelt sich in eine gefährliche Pranke. Die vier stark ausgebildeten Eckzähne mit Dolchrillen sind geradezu geschaffen zum Reißen. Ein Reh pro Woche genügt, um einen Luchs satt zu machen. Er kehrt solange zur Beute zurück, bis alles aufgezehrt ist. Ist der Luchs länger in einem Gebiet, werden die Beutetiere scheuer. Ständig muss er sein Jagdgebiet wechseln.



Keine Angst vor dem Luchs!

Für den Menschen sind Luchse ungefährlich. Es ist kein Fall bekannt, dass ein gesunder, frei lebender Luchs einen Menschen angegriffen hätte. Vorsicht ist nur bei Luchsen geboten, die keine Scheu vor Menschen zeigen − sie können aus Gefangenschaft stammen oder krank sein (Tollwut).



Dem Luchs auf der Spur

Katzen können im Unterschied zu Hunden die Krallen vollständig einziehen. Die sehr starken und äußerst scharfen Sichelkrallen werden dadurch geschont. Mit seinen Pranken kann der Luchs auch gut über Schnee laufen.



Zurück auf leisen Pfoten – die Geschichte von M2

Im letzten Jahrhundert wurde der Luchs bei uns ausgerottet. Zwischen 2000 und 2006 wurden im Harz 24 Luchse ausgewildert. Einige von ihnen stammen aus dem WildtierPark Edersee. Sie pflanzen sich fort und bevölkern nun den Harz. M2 ist ein junger Luchs mit einem Sender im Ohr. Im Jahre 2009 verließ M2 den Harz Richtung Süden und folgte dem Grünen Band der innerdeutschen Grenze. Dabei lief M2 an der Autobahn entlang und querte sie zweimal durch einen Wildtunnel. M2 lebte 2010 im Kreis Kassel und jetzt...? Auch im Kellerwald wurden mittlerweile Luchse gesichtet.



Tipp: „Hör mal wie ein Luchs“

Der Luchs hört mit seinen „Pinselohren“ besonders gut. Versuch es mal selbst im BuchenHaus! Ein Luchsexponat wartet auch im NationalparkZentrum.