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WildtierPark
Boggel


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Fischotter

Lutra lutra

Schulterhöhe: 25 bis 30 cm

Gewicht: 7 bis 11 kg

Lebensdauer: bis 22 Jahre

Lebensraum: dicht bewachsene Ufer an Gewässern; Bauten am Ufer mit getarnten Ausgängen

Nahrung: überwiegend kleine Fische; auch Wasservögel, Ratten, Mäuse, Frösche und Insekten

Fortpflanzung: keine feste Paarungszeit; 1 bis 4 Junge nach 8 bis 9 Wochen; nach einem Jahr selbstständig

Verbreitung: Europa, Nordafrika, in Asien bis zum Polarkreis; lebt auch an der Eder

Gefährdung: Lebensraumzerstörung; Fischreusen; Verschmutzung und Verbauung der Gewässer; Straßenverkehr


Wasserratte und Uferbewohner

Semiaquatisch ist ihre Lebensweise, das heißt: Im Wasser und an Land fühlen sich Fischotter wohl.

Deshalb zählen sie zu den uferliebenden Säugetierarten. Den idealen Lebensraum eines Fischotters zeichnet eine reiche Gliederung des Gewässers und seines Ufers aus: unterspülte Ufer, Flachwasserzonen und Strukturreichtum am Ufer und unter Wasser – gute Voraussetzung für die Artenvielfalt der Beutetiere und einen erfolgreichen Beutefang.

An das Leben im Wasser ist der Fischotter hervorragend angepasst: Sein 26 bis 55 cm langer Schwanz dient als Bewegungs- und Ruderorgan, die Füße des Fischotters sind zwischen den Zehen mit Schwimmhäuten ausgestattet. Sind sie unter Wasser auf Jagd, können sie einige Minuten die Luft anhalten. Auch die Jungen können bereits ein Vierteljahr nach ihrer Geburt meisterhaft schwimmen und tauchen. Sandbänke und kleine Halbinseln dienen als Ruhezonen und Rückzugsort zum Verzehr der Beute, Bäume und Sträucher am Ufer als Unterschlupf.



Frisst nicht nur Fische

Auch wenn aus dem Namen des Fischotters geschlossen werden könnte, dass er ausschließlich Fisch verzehrt, ist sein Nahrungsspektrum abwechslungsreicher: Insekten, Lurche, Wasservögel, Kleinsäuger, Krebse und Weichtiere stehen auf seinem Speiseplan. Von dem Nahrungsangebot sowie der Verfügbarkeit von Unterschlupfmöglichkeiten hängt die Reviergröße des Fischotters ab. Innerhalb seines Reviers bewohnt der Fischotter meist einen unterirdischen Hauptbau und mehrere Fluchtunterschlüpfe. Eigene Bauten werden von Fischottern selten angelegt. Sie greifen auf ufernahe Dachs- oder Fuchsbauten sowie aufgegebene Biberbaue zurück.



Gejagt und verdrängt

Der Fischotter hat kaum Feinde,  allerdings macht der Mensch ihm das Leben schwer – von Fischern gejagt, durch Ausbaumaßnahmen an Bächen und Flüssen aus seinem Lebensraum vertrieben. Die Belastung der Lebensräume durch Umweltchemikalien und die intensive landwirtschaftliche Nutzung tragen ihr übriges dazu bei, den Fischotter einzuschränken und im schlimmsten Fall zu verdrängen. Dennoch findet ein Umdenken im Bezug auf die Wasserwirtschaft statt, sodass sich die Fischottervorkommen in Deutschland langsam von ihrem Rückgang erholen können. Allerdings ist der Fischotter noch vom Aussterben bedroht – wird bundesweit auf der Roten Liste gefährdeter Tiere Deutschlands geführt.