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WildtierPark
Boggel


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Europäischer Mufflon

Ovis orientalis musimon

Schulterhöhe: 70 bis 90 cm

Gewicht: 25 bis 55 kg

Lebensdauer: bis 20 Jahre

Lebensraum: ursprünglich offene Gebirgslandschafen mit steinigen, trockenen Böden; heute in Mitteleuropa in Laub- und Mischwäldern im Flachland und in den Mittelgebirgen

Nahrung: breites Nahrungsspektrum als Pflanzenfresser

Fortpflanzung: Paarungszeit von Oktober bis Dezember; 1 bis 2 Lämmer nach etwa 5 Monaten

Verbreitung: ursprünglich auf Korsika und Sardinien; in den 1930er Jahren im Kellerwald ausgesetzt; heute Hauptvorkommen in Frankreich, Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Serbien, Kroatien und Bulgarien

Gefährdung: in Europa nicht gefährdet


Seltenes Schafswild

In der Steinzeit noch von Süddeutschland bis zum Mittelmeerraum verbreitet, lebt das Mufflon heute nur noch auf den Inseln Korsika und Sardinien in seinem ursprünglichen Lebensraum. Auch dort ist es selten: Nur einige hundert Tiere zählt der Gesamtbestand.

Von Tierschützern und Jägern wurden die Wildschafe bereits im 18. Jahrhundert in Wildgattern und in Freiheit in verschiedene Gebiete ausgesetzt.

Auch in vielen Gegenden Deutschlands ist das Muffelwild im 20. Jahrhundert ausgesetzt worden – erst in der Lüneburger Heide, dann im Harz. Auch im Kellerwald wurde Muffelwild angesiedelt: Am 18. März 1935 wurden dreizehn Mufflons aus dem Besitz des Grafen Edelsheim im Neutratal im Forstamt Affoldern ausgesetzt. Zunächst in zwei Eingewöhnungsgattern gehalten, dann in ein großes Wildtiergatter freigelassen, konnten sie sich kontinuierlich vermehren. Der derzeitige Gesamtbestand des Wildschafes in Deutschland umfasst etwa 8.000 Tiere.



Strategische Standorttreue

Mufflons bevorzugen gebirgige Landschaften als Lebensraum, in Einbürgerungsregionen halten sie sich meist im Wald auf. In Herden von bis zu hundert Tieren leben Weibchen und Lämmer zusammen. Ausschließlich zur Paarungszeit stoßen auch Böcke zur Herde hinzu. Über Generationen hinweg besiedeln die Mutterfamilienherden traditionelle Territorien. Sie kennen ihren Lebensraum genau, wissen, wo sich Feinde aufhalten und wie sie ihnen am besten entwischen können – Strategie der Standorttreue. Geländeerhöhungen nutzen sie, um sich einen Überblick zu verschaffen. Klippen dienen als Fluchtort bei Gefahr vor Fressfeinden, wie dem Wolf.



Schöner Schneckenschmuck

Die Schnecken auf seinem Kopf sind das Erkennungsmerkmal eines jeden Schafbocks – Hörner von auffälliger, nach innen gedrehter Form. Bei Jägern sind die Schnecken, wie das Geweih des Hirsches, beliebte Trophäen. Weibliche Mufflons haben, wenn überhaupt, nur kurze Hörner.

Was Mufflons zudem auszeichnet, sind ihre hervorragenden Sinne: Selbst bei schwachem Wind können sie Feinde, die 300 Meter weit weg sind, problemlos wittern und auch erkennen. Noch aus 50 Meter Entfernung können leiseste Geräusche wahrgenommen werden – ihre Ohren, Augen und Nasen sind besonders leistungsfähig.