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WildtierPark
Boggel


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Reh

Capreolus capreolus

Schulterhöhe: 55 bis 85 cm

Gewicht: 10 bis 35 kg

Lebensdauer: bis 17 Jahre

Lebensraum: Waldgebiete von der Ebene bis an die Waldgrenze

Nahrung: Vorliebe für leichtverdauliche pflanzliche Nahrung; Gräser, Knospen, Kräuter, junge Triebe; Wiederkäuer

Fortpflanzung: Brunftzeit Anfang Juli bis Ende August; Geburt der Kitze im Mai oder Juni des nächsten Jahres; 1 bis 3 Kitze; Kitze mit Totstellreflex in den ersten zwei Lebensmonaten

Verbreitung: gemäßigtes Europa, Teile Kleinasiens

Gefährdung: keine


Rehbock, Ricke und Kitz

Mit großen Augen blickt es in die Welt, auf wackligen Beinen macht es die ersten Schritte: Bambi ist das wohl populärste Reh der Welt. Das kleine Kitz verleiht dem Kindchenschema ein Gesicht – dem niedlichen Bambi-Effekt kann kaum jemand widerstehen.

Zwar gehört das Reh zur Familie der Hirsche, doch anders als im berühmten Disney-Klassiker ist der Hirsch nicht der Vater des kleinen Rehs. Rehbock heißt das männliche Reh, Ricke das weibliche und Kitze die Jungtiere. Der Spiegel, der weiße Fleck am Hinterteil des Rehs, ist Erkennungsmerkmal aller Rehe. Rehböcke tagen zudem ein kleines und leichtes Gehörn  – nach der Endenzahl der Geweihe werden sie Spießer (keine Verästelung), Gabelbock (zwei Geweihenden) oder Sechserbock (drei Geweihenden) genannt. Rehe sind nur in den Wintermonaten in größeren Gruppen, die in der Jägersprache Sprünge heißen, anzutreffen. Ansonsten sind sie Einzelgänger. Es existieren lediglich Mutterfamilien – eine Ricke lebt mit bis zu drei Kitzen zusammen.



Durchs Unterholz, im Dickicht, auf freier Flur

In dichten Wäldern waren Rehe ursprünglich heimisch. Auf diesen Lebensraum sind sie auch körperlich eingestellt – können mit ihren dünnen Beinchen, wobei die Hinterläufe größer und kräftiger ausgebildet sind als die Vorderläufe, lautlos durchs Unterholz staksen, im hohen Gras und Dickicht Deckung suchen. Aufgrund seiner Flexibilität und Anpassungsfähigkeit besiedelt das Reh mittlerweile alle Vegetationsformen – ob offene Feldflur, strukturreiche Heckenlandschaften oder dichte Wälder. Dabei bewegt es sich innerhalb eines fest definierten Aktionsraumes, vor allem älteres Rehwild ist sehr standorttreu. Ruhezonen werden bevorzugt dort gewählt, wo die Umgebung sich optimal überblicken lässt – Hügelkuppen oder Hangpassagen bieten sich als Liegeflächen an. Mit ihrem ausgesprochen guten Geruchssinn können Rehe ihre Feinde auch frühzeitig wittern.



Viel gejagtes Wildtier

Das Reh steht zum Abschuss frei, unterliegt, zum Schalenwild gehörig, dem Jagdrecht. Allein in Deutschland werden jährlich mehr als eine Million Tiere geschossen. Als Kurzstreckenrenner versuchen aufgeschreckte Rehe mit wenigen, schnellen Sprüngen in nahe gelegenes Dickicht oder Wald zu flüchten,  wo sie dann in Deckung gehen. Halten sich Rehe in der Nähe von Straßen auf, achten sie darauf, dass sie nicht gesehen werden, indem sie sich ducken oder langsam zurückziehen.