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WildtierPark
Boggel


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Tarpan

Equus ferus gmelini bzw. sylvaticus

Schulterhöhe: 125 bis 135 cm

Gewicht: bis etwa 250 kg

Lebensdauer: bis 34 Jahre

Lebensraum: Steppen und Grasländer, teilweise auch Wälder Eurasiens

Nahrung: Gras, Kräuter, Sträucher

Fortpflanzung: 1 Fohlen nach etwa 47 bis 51 Wochen; Hauptgeburtszeit April bis Juli

Verbreitung: Unterart Waldtarpan: ursprünglich eventuell von Frankreich bis Baltikum; Unterart Steppentarpan: ursprünglich in Steppen und Waldsteppen im Süden Russlands

Gefährdung: Wildform ausgestorben


Wilde Vorfahren unseres Hauspferdes

Der Tarpan ist eine sehr alte Wildpferderasse. Zusammen mit dem Przewalski-Pferd gelten die beiden Arten des Tarpans, der Waldtarpan und der Steppentarpan, als die urtümlichen Pferdeformen, aus denen das heutige Hauspferd hervorgegangen ist. 

Der Waldtarpan war in Mittel- und Osteuropa verbreitet, lebte dort in großen Waldgebieten und so auch im Kellerwald. Von seinem Körperbau war er kräftiger als die Steppenform des Wildpferdes.

Der Steppentarpan bewohnte Steppen und Waldsteppen im Süden Russlands. Er war größer und von zierlicherer Gestalt als der Waldtarpan.


Nur ein Abbild des wilden Tarpans

Dass Tarpanherden in freier Wildbahn zu beobachten gewesen sind, ist lange her: Bereits im Jahr 1876 wurde in den Steppen Südrusslands der letzte freilebende Tarpan, ein Steppentarpan, geschossen. Die Rückzüchtung gelang im Jahr 1933 im Tierpark Hellabrunn in München. Ein recht ansehnlicher Bestand rückgezüchteter Tarpane konnte damit gesichert werden. Dabei konnte das typische Grau mit dem sogenannten schwarzen Aalstrich auf dem Rücken als dominierende Fellfarbe erhalten werden, auch verschiedene Brauntöne als Fellfarben des Tarpans existieren noch. Am Fußgelenk befinden sich auffällige Streifen – zebratypisch. Verloren ging allerdings die für ihre Vorfahren typische Stehmähne.  Die Reinform des Tarpan ist somit ausgestorben. Mithilfe der Rückzüchtung konnte lediglich ein Abbild des wilden Tarpans geschaffen werden.


Vorsichtig und scheu, aber mutig!

Anders als ihre Vorfahren können die rückgezüchteten Tarpane auch in Gefangenschaft gut auskommen. Die wilden, freiheitsliebenden Tarpane hätten im Gehege nicht lange überlebt. In freier Wildbahn waren Tarpane sehr vorsichtige Tiere: Um nicht von Feinden gewittert zu werden, bewegten sie sich in Großherden meist gegen den Wind. Konfrontationen aber scheuten sie nicht, kämpften oft sehr erbittert bis zum blutigen Ende − ausdauernd und stark. Sogar mit Raubtieren nahmen sie nötigenfalls den Kampf auf. Wölfe schlugen sie mit ihren Vorderhufen wiehernd zu Boden. Der Mut der Tarpanhengste, die auch untereinander rivalisierende Kämpfe austrugen, steht im Gegensatz zu ihrer Scheue.