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WildtierPark
Boggel


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Europäische Wildkatze

Felis silvestris

Schulterhöhe: 35 bis 40 cm

Gewicht: 2,5 bis 8 kg

Lebensdauer: bis 15 Jahre

Lebensraum: große, ruhige, alte Wälder

Nahrung: Kleintiere, besonders Mäuse

Fortpflanzung: Hauptpaarungszeit im Februar; 2 bis 6 Junge nach etwa 10 Wochen; Aufzucht in alten Baumhöhlen

Verbreitung: ursprünglich Europa, Vorderasien; in Deutschland zeitweise fast ausgerottet; steigendes Vorkommen in Deutschland; gesichertes Vorkommen im Kellerwald

Gefährdung: in Deutschland gefährdet; intensive Landnutzung; Zerschneidung und Zersiedlung der Landschaft; Verkehrstod und illegale bzw. versehentliche Abschüsse


Als wäre sie unsichtbar!

Die Europäische Wildkatze ist ein Phantom unserer Wälder. Wir wissen, wie sie aussieht, was sie frisst, wo sie gerne lebt. Doch in der freien Wildbahn bekommt sie kaum jemand zu Gesicht. Denn sie lebt als Einzelgänger, zurückgezogen und versteckt. Sie schläft tagsüber und jagt nachts. Sie bewegt sich mit eingezogenen Krallen und nahezu lautlos. Farbe und Zeichnung ihres Fells sind im Wald eine hervorragende Tarnung. Spuren hinterlässt sie kaum, selbst ihre Losung verdeckt sie. Sie ist sehr sauber und putzt ihr Fell ausgiebig.



Die Wildkatze – ein virtuoser Jäger!

Alles an ihr, ob ihr Körperbau, ihre Sinne oder ihr Verhalten, scheint nur für das eine Ziel geschaffen: zu jagen. Sie hört und sieht ausgezeichnet – selbst nachts. Anschleichen und Sprung sind vollendet aufeinander abgestimmt. Ausdauernd lauert sie vor Mauselöchern, denn Mäuse sind ihr Grundnahrungsmittel. Hin und wieder frisst sie auch Kaninchen, Vögel, Eidechsen, Frösche und Insekten. Sie packt die Beute mit ihren Krallen und tötet sie mit einem Biss in den Nacken. Kaum

eines dieser Tiere gelingt es, ihrem gezielten Angriff zu entkommen.



Heimliches Leben in weiten Wäldern!

Die Wildkatze lebt in großen zusammenhängenden, ungestörten Wäldern mit alten Bäumen und Lichtungen. Je größer das Nahrungsangebot umso weniger Platz benötigt eine Wildkatze für ihr Revier. Insgesamt könnten im Nationalpark zwei bis fünf Katzenfamilien ein Auskommen finden. Mitte Februar bis Ende März, wenn der Winter ausklingt, ist bei den Wildkatzen Paarungszeit. Der Kater gibt sein heimliches Leben auf und sein kreischend heulender Gesang hallt durch den Wald. Das Katzenpaar sucht sich ein geeignetes Versteck – meist eine Fels- oder Baumhöhle oder unter einem alten Wurzelteller. Nach acht bis neun Wochen bringt die Katzenmutter zwei bis fünf Junge zur Welt. Etwa einen Monat lang werden sie gesäugt. Dann lernen sie schnell alle Tricks des erfolgreichen Jägers.


Der Mensch ist ihr Schicksal!

Menschen hatten die Wildkatze als freilebenden „Räuber“ gejagt und beinahe ausgerottet. Seit Ende der zwanziger Jahre steht die Wildkatze unter strengem Schutz. Heute sind allerdings geeignete Lebensräume knapp. Wanderhindernisse wie Straßen stören Verbreitung und Austausch.


Rückkehr auf leisen Pfoten!

Ihre „Wanderfreudigkeit“ bringt die Wildkatze in Gefahr, ist aber auch eine Chance. Ein Wildkatzenprojekt will zwischen Rothaargebirge, Kellerwald und Burgwald Wanderkorridore schaffen und Wälder für die Wildkatze aufwerten. Im NationalparkZentrum kannst du den Weg der Wildkatze in den Nationalpark verfolgen!


Was unterscheidet die Wildkatze von der Hauskatze?

Gestreifte Hauskatzen sind der Wildkatze sehr ähnlich. Doch die Wildkatze ist deutlich größer und massiger. Typische Merkmale sind der breite wuchtige Kopf, der dicke Schwanz mit schwarzen Ringen und schwarzem, stumpfem Ende, die fleischfarbene Nase und die verwaschen getigerte Zeichnung auf grau-beigem Grund.