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WildtierPark
Boggel


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Wildschwein

Sus scrofa

Schulterhöhe: 55 bis 110 cm

Gewicht: 35 bis 300 kg

Lebensdauer: bis 21 Jahre

Lebensraum: Wälder und Sumpfgebiete; mittlerweile auch Städte

Nahrung: Allesfresser; wühlen mit Rüssel im Boden

Fortpflanzung: Paarungszeit von November bis Januar; bis 12 Frischlinge nach etwa 4 Monaten

Verbreitung: ursprünglich Eurasien bis Nordamerika; eingebürgert in Teilen Nordamerikas, Südamerikas und Australien; heute fast weltweit

Gefährdung: keine


Wühlender Allesfresser

In großen Wäldern und Sumpfgebieten sind sie heimisch – dort, wo sich ein Schlammloch an das andere reiht. Gern nehmen Wildschweine darin ein ausgiebiges Bad: Sie suhlen sich im Schlamm, fühlen sich sauwohl in ihrer Haut.  In freier Wildbahn kann eine solche Schweinerei aber selten beobachtet werden − kaum einen Menschen gewittert, verschwinden Wildschweine schnell. Tagsüber halten sie sich bevorzugt im Verborgenen auf. Erst nachts streifen sie durch den Wald und die umgebenden Feldfluren. Sind sie als Familienverband, in sogenannten Rotten, unterwegs, können Wildschweine beträchtliche Schäden auf Äckern und Feldern anrichten – ein Alptraum jedes Landwirts. Auf der Suche nach Wurzeln, Bucheckern, Eicheln, Larven und Würmer schlagen sie große Schneisen in Felder, wühlen mit ihrem langen Rüssel im Boden – tiefe Furchen bleiben. Das Wühlen kann aber auch nützlich sein: Fördert das Aufkommen junger Bäume, da die Samen auf lockerem Boden besonders gut aufgehen.  Wildschweine vertilgen zudem viele Insekten, die der Forstwirtschaft schaden könnten. Auch Mäuse, Vogeleier und Aas stehen auf dem Speiseplan des Allesfressers.



Im Rausch der Gefühle

Anfang November beginnt die Rauschzeit, die Paarungszeit der Wildschweine. Der Keiler, das männliche Wildschwein, unterbricht sein Einsiedlerleben und zieht in den Kampf um die Weibchen, die ganzjährig in Rotten zusammenleben. Im Kampf wird darüber entschieden, wer der ranghöhere Keiler ist und somit das Recht hat, sich zuerst fortzupflanzen − eine wilde Keilerei, bei der es aber selten zu Verletzungen kommt.

Auf den Kampf folgt das Paarungsspiel: Rhythmische Grunz-Laute locken die Bache, das weibliche Wildschwein, an. Der Keiler massiert sie mit seiner Rüsselscheibe, beißt sie in den Nacken – ein Ausdruck seiner Zuneigung, um die Bache paarungsbereit zu machen, ein Vorspiel vor dem eigentlichen Geschlechtsakt.



Bache als alleinerziehende Mutter

Der Nachwuchs kommt nach einer Tragzeit von etwa vier Monaten zur Welt. Die Bache gebärt vier bis zwölf kleine Frischlinge. In Mastjahren, in denen viele Bucheckern und Eicheln vorhanden sind, kommen mehr Frischlinge zur Welt. Manchmal bekommen Wildschweine dann auch nochmal im Herbst Nachwuchs. Durchschnittlich sind es aber vier oder fünf Frischlinge, um die sich die Bache allein kümmert, da der Keiler wieder sein Eremitendasein aufnimmt.