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WildtierPark
Boggel


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Wolf

Canis lupus

Schulterhöhe: 60 bis 90 cm

Gewicht: 25 bis 70 kg

Lebensdauer: bis 17 Jahre

Lebensraum: fast alle Lebensräume

Nahrung: Reh, Wildschwein, Rotwild, Kleinsäuger

Fortpflanzung: Hauptpaarungszeit Februar bis März; 4 bis 6 Junge nach etwa 9 Wochen; Aufzucht in Erdhöhlen

Verbreitung: ursprünglich gesamte Nordhalbkugel; in Deutschland Mitte des 19. Jahrhunderts ausgerottet; Wiedereinwanderung aus Polen seit 2000

Gefährdung: In Deutschland stark gefährdet; illegale Abschüsse; Straßenverkehr


Seltener Rückkehrer

Der Wolf: Früher einmal das am weitesten verbreitete Säugetier der Welt, heute eine Seltenheit in deutschen Wäldern. Ungefähr 440 Wolfsrudel könnten in Deutschland einen Lebensraum finden. Derzeit leben gerade einmal 33 Rudel in Ostdeutschland.

Mehr als ein Jahrhundert nach der Ausrottung der Art in Deutschland konnte sich um die Jahrtausendwende wieder ein Wolfspaar aus Polen in der sächsischen Lausitz ansiedeln und von dort aus verbreiten. Auch in der Nähe des Nationalparks, im Reinhardswald, wurde wieder ein Wolf gesichtet.

Nachdem ab 1500 versucht wurde, der Wolfsplage Herr zu werden – erst mithilfe von Fallen und Gruben, Ende des 16. Jahrhunderts dann mit Schusswaffen – kamen um 1700 im Kellerwald relativ wenige Wölfe vor. In einem strengen und schneereichen Winter von 1819 auf 1820 wurde der letzte Wolf im Fürstentum Waldeck, im Wolfsgrund bei Freienhagen, erschossen.



Symbol für die Wildnis

Ob als „heimtückische Bestie“ oder„ Tier des Blutes und der Dunkelheit“ gefürchtet – seit jeher projizieren Menschen ihren Hass und ihre Ängste auf den Wolf. In der Mythologie nimmt er oft die Rolle des Bösen ein. So beispielsweise auch in den beiden Grimmschen Märchen „Rotkäppchen“ und „Der Wolf und die sieben Geißlein“. Symbolisch steht der Wolf für Wildnis pur. Dabei ist sein natürliches Wesen alles andere als bestialisch: Er lebt und jagt im Rudel – im Familienverband der Wolfsgemeinschaft werden Intelligenz, Lernfähigkeit, Überlebensstrategie, Loyalität und Tradition großgeschrieben. Den Wolf zeichnet somit ein hochentwickeltes Sozialverhalten aus. Er hält die Ranghierarchie ein, ordnet sich nach Klärung der Rangverhältnisse unter. Angeführt von den Alphatieren wird gejagt, das Revier verteidigt und für den Schutz der Jungtiere gesorgt.



Schnelle Jagd auf kurze Distanz

Auf der Jagd versucht sich der effiziente Jäger seinen Beutetieren unbemerkt auf eine geringe Distanz zu nähern. Flüchtet das Beutetier, wird es mit hoher Geschwindigkeit verfolgt – meist allerdings nur wenige Dutzend Meter weit. Die Jagdweise des Wolfes ist weder auf die Verfolgung frischer Spuren, noch auf eine Hetzjagd über mehrere Kilometer ausgerichtet. Allerdings nutzt ein Rudel die Gegebenheiten des Geländes aus: Ein Teil des Rudels jagt die Beute in Richtung der in Deckung liegenden anderen Rudelmitglieder – strategisch klug. Die Raubtiere erbeuten auf diese Weise mittelgroße bis große Huftiere, Kleinsäuger, auch Haustiere. Bei Nahrungsknappkeit sind sie genügsam, fressen sowohl Aas, als auch Abfälle.